Der technische Fortschritt lehrt uns eine Regel: Keine neue Technik, ersetzt eine alte komplett. Es gibt noch immer Schallplatten, Kassetten und CDs. Dabei gehören doch zumindest das Vinyl und die Magnet-Bänder längst auf den Sondermüll. Musik ist heute digital und trotzdem gibt es genügend Menschen, die ihre Lieblings-Hits noch immer am liebsten via Kassettendeck oder Schallplattenspieler hören.

Vinyl und Magnet-Bänder haben jedoch einen großen Nachteil: Sie lassen sich nur schwer digitalisieren. Jeder, der schon einmal versucht hat, eine Schallplatte via USB-Anschluss auf einen Rechnen zu ziehen, weiß wovon ich spreche.

Ganz ähnlich verhielt es sich bislang mit dem Radio und der digitalen Revolution. Als aus den Kassetten-Walkmans MP3-Player wurden, behielten nur die wenigsten Geräte eine Radiofunktion bei. Die Gadgets, die eine hatten, verfügten allerdings über einen schlechten Empfang. Den mobilen Hörern verschloss sich so eine immer lebendiger werdende Welt. Denn anders als vorhergesagt, hat das Web den Videostar von MTV & Co. getötet, aber nicht den Radiostar.

Im Zeitalter der fast schon unendlichen Online-Verfügbarkeit von Musik, erblüht eine immer größere und buntere Radiolandschaft. Das Web sorgte dafür, dass jeder zum Radio-DJ/Sender werden kann. Dementsprechend tolle Angebote entstehen und entstanden. Jeder Hörer, der sich beispielsweise einmal auf den großartigen Web-Sender Byte.fm eingelassen hat, kommt von dem Hamburger Qualitäts-Angebot kaum noch los.

Wir haben also die Situation, dass es im Web eine bunte, erfolgreiche und höchst informative Radiolandschaft existiert, dass man außerhalb des Rechner aber kaum hören kann. Und hier kommt das iPhone ins Spiel. Dank der App-Technik, kann jeder Sender nun seine eigene Applikation bauen. So wird das Netz-Radio tatsächlich mobil.

Dank Angebote wie 90elf, Byte.fm, Deutschlandradio, MDR Sputnik oder auch Format-Stadionen wie Hit Radio FFH, ist die Radiolandschaft im mobilen Web die aktuell wohl abwechslungsreichste Mediengattung. Das Fernsehen ist noch lange nicht auf dem iPhone angekommen, die Print-Verlage kämpfen sich aktuell geradezu auf die Smartphones dieses Planeten. Das Radio ist längst da.

Aus diesen Überlegungen lassen sich folgende Marketing-Schlüsse ziehen:

-       Das Radio lebt auf dem iPhone.

-       Man sollte niemals eine Zielgruppe/Nische aus dem Auge verlieren.

-       Viele PR- und Werbe-Experten unterschätzen noch immer die Verbreitung und den Einfluss des gesprochenen Wortes.

-       Wir leben in einer Pendler-Gesellschaft. Im Auto läuft Radio und in U-Bahnen und ICEs hat jeder längst einen Kopfhörer im Ohr.

-       Die Leute wollen also zuhören und unterhalten werden. Diese Chance sollten Firmen und Agenturen nicht leichtfertig vertun. Auf diesem Gebiet gibt es noch riesige, unerschlossene Potentiale.

Share this