Ein Debakel auf allen Kanälen. Ob via Twitter, Facebook oder Blogs. Ausgehend von einem Greenpeace-Video über den Zusammenhang zwischen Pamöl, Kitkat und der Vernichtung von Lebensraum für Affen, treibt die Web-Öffentlichkeit den schweizern Konzern vor sich her. Hier eine Auswahl von Stimmen und Kommentare über alle Kanäle hinweg.
Als erster meldete sich Olaf Kolbrück „Schockvideo von Greenpeace wird für Nestlé zum PR-Debakel“. Kurz fasst er für Horizont.net den Fall zusammen: „Greenpeace treibt Nestlé und die Marke Kitkat mit einem Schockvideo im Web viral vor sich her. Dabei stellt sich der Konsumgüterriese selbst ein Bein. Nachdem Nestlé offenbar eine britische Variante des Videos bei Youtube löschen ließ, kursiert der Clip, Teil einer weltweiten Kampagne, nun lawinenartig durchs Netz.“
Paul Bradshaw produzierte schnell einen Clip, wie wohl die Kommunikationsabeteilung von Nestlé reagierte.
Tatsächlich verfasste die PR-Abteilung eine Pressemitteilung, die Klaus Eck dokumentierte. In ihr heißt es: “Nestlé trägt aktiv zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden bei. Seit Januar 2010 deckt Nestlé Deutschland den gesamten Bedarf an Palmöl mit so genannten Green Palm Zertifikaten ab. Mit diesen Green Palm Zertifikaten wird der nachhalti-ge Anbau unterstützt. Hierdurch stellt Nestlé Deutschland sicher, dass für seinen Bedarf an Palmöl keine zusätzlichen Regenwaldflächen gerodet werden. Das Green Palm System wurde vom so genannten Round Table for Sustainable Oil („Runder Tisch für nachhaltiges Öl”) entwickelt und wird unter anderem von der Organisation WWF unterstützt. International hat sich Nestlé verpflichtet, spätestens ab 2015 nur noch zertifiziertes, nachhaltig angebautes Palmöl zu verwenden. Die Umstellung hat bereits mit ersten Zwischenschritten begonnen.”
Für solch eine Nebelkerze war aber längst zuspät. Greenpeace aktivierte immer mehr Web-Worker für ihre Sache.
Roland Kühl-v.Puttkamer kommentiert beispielsweise: “Affenfinger zum Würgen”
Thomas Euler schreibt: „ Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Greenpeace und Kitkat ein Musterbeispiel für die Art und Weise, wie Social Media als Krisenkatalysator funktioniert. Ohne den gekonnten und koordinierten Einsatz eines mannigfaltigen Online-Toolkits hätte Greenpeace kaum eine vergleichsweise große Aufmerksamkeit – weltweit wohlgemerkt – auf das Thema lenken können, schon gar nicht in so kurzer Zeit. Auf der anderen Seite müssen Unternehmen heute jederzeit damit rechnen, dass ihre Geschäftspraktiken publik werden (können) und eine Krise auslösen. Damit macht gerade Social Media im Grunde mehr denn je präventives Krisenmanagement nötig. Und das fängt damit an, umstrittene Praktiken mit dem Potential zum Krisenherd zu identifizieren und möglichst nicht länger zu betreiben“.
Kommentare
22.März.10, 09:55 | erstellt von uberVU – social comments
Social comments and analytics for this post…
This post was mentioned on Twitter by virtualidentity: Social Media Schau – Der Fall Nestle von @axbecker #aboutvirtualidentity http://ow.ly/1pdUb...
22.März.10, 11:27 | erstellt von FlorianSchleicher
vorsichtig müssen wir auf jeden fall sein, aber auf beiden seiten. denn was der fall gezeigt hat ist, dass es sehr einfach ist durch populistische aussagen (oder videos in dem fall) reputationen zu zerstören. dabei trifft wieder mal das “je-mehr-es-sage-desto-mehr-wahr-ist-es” prinzip des social web zu. wer aber kann wirklich behaupten sich mit der thematik so beschäftigt zu haben um zu beurteilen wer welche teile der wahrheit kommuniziert und hat dann erst die nachrichten weiterverbreitet? da wird viel blind kopiert weil es gut klingt.
die frage ist also: fangen die ehemals machtlosen massen an ihre neugewonnene sendemacht zu missbrauchen, weil sie blindlinks vertrauen?
die klassischen gatekeeper gibt es nicht mehr im online bereich, das ist jetzt eine auswirkung davon – wir werden sehen wie das weitergeht…
22.März.10, 20:59 | erstellt von Tatort Echtzeit-Kommunikation: “Communication occurs in real time” – fuellhaas.com – Online Reputation Management, Personal Branding und Social Media
[...] zum Kriegsschauplatz werden (thomashutter.com) 2:0 – Greenpeace vs. Nestlé (PR Blogger) Social Media-Schau: Der Fall Nestlé (about.virtual-identity.com) Alles konstruiert. Nestlé zu verurteilen hilft weder dem Urwald noch dem Orang-Utans [...]
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