Das Social Web mag auf manche wie ein unübersichtlicher Informationsdschungel voll von nutzergenerierten, zum Teil unrelevant erscheinenden Inhalten sowie unzähligen Plattformen wirken. Vielen Unternehmen fehlt es hier noch an Orientierung und damit an der Informationsbasis, die Relevanz von Social Media für ihr Unternehmen einschätzen zu können und selbst in Social Media aktiv zu werden ohne in blinden, unkoordinierten Aktionismus zu verfallen.

Orientierung bedeutet in diesem Zusammenhang, sich zurechtfinden sowie seinem Handeln ein Ziel und eine Richtung zu geben.

Nach meiner Erfahrung, führen Unternehmen mit einem starken Bedürfnis nach Orientierung, noch keine eigenen, offiziellen Social-Media-Aktivitäten durch. Meist fehlt es im Unternehmen auch noch an einem gemeinsamen Verständnis und einem strategischen Rahmen für das Vorgehen. Es stehen viele Fragen im Raum: Ist Social Media für mein Unternehmen wirklich relevant? Was passiert da draußen im Social Web? Muss ich aktiv werden? Welche Aktivitäten sind die richtigen? Und wie gehe ich am besten vor?

Der Wunsch, sich das Thema „Social Media“ systematisch zu erschließen ist groß. Wie kann solch ein systematisches Vorgehen aussehen?

Orientation

Wer Orientierung sucht, sollte seinen Standort bestimmen

Am Anfang gilt es die Relevanz und das Potential von Social Media für das eigene Unternehmen einschätzen zu können.

Wie groß ist die Affinität der Zielgruppe sowie der Unternehmensbranche allgemein zu Social Media? Ist die Zielgruppe in Social Media bereits aktiv und wenn ja, in welchem Umfang? Auf welchen Plattformen ist meine Zielgruppe bereits aktiv? Wird über das Unternehmen, dessen Produkte oder strategischen Themen bereits in Social Media gesprochen? Wer spricht über die für das Unternehmen relevanten Themen? Und was macht eigentlich der Wettbewerb?

Um Antworten auf diese vielen Fragen zu bekommen, hilft es vorhandene Nutzungs- und Zielgruppenstudien zu konsultieren sowie eine Initiale Analyse im Social Web durchzuführen. Die Kernfragestellung ist dabei: Wer (Akteure) spricht wo (Plattformen) über mein Unternehmen oder meine Mitbewerber und was (Themen, Inhalte) wird dort wie (positiv, negativ) mit wem (Zielgruppe) besprochen.

Am Ende der Recherche und Ergebnisbewertung, hat das Unternehmen einen guten Überblick und weiß, wo das eigene Unternehmen im Vergleich zu den Mitbewerbern im Social Web steht. Dadurch wird eine erste, fundierte Einschätzung der Relevanz von Social Media für das Unternehmen sowie davon abgeleitete Handlungsempfehlungen ermöglicht.

Um die Richtung festzulegen, muss man sein Ziel kennen

Nachdem die Relevanz und das Potential für das Unternehmen erkannt und bestätigt wurde, tun Unternehmen gut daran, nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern dem Engagement einen strategischen Rahmen zu geben. Hierfür sollten übergeordnete Ziele für das Engagement in Social Media festgelegt und diese auch in die bestehende Unternehmens-, Kommunikations- und Marketingstrategie eingebettet werden.

Wurden mehrere sinnvolle Social-Media-Initiativen identifiziert, sollten für jede dieser Initiativen noch die relevante Zielgruppe sowie konkrete Ziele und Erfolgskriterien definiert werden.

Wer Standort und Ziel kennt, kann den Weg planen

Sind Ausgangspunkt und Ziele abgesteckt, kann die Entwicklung einer konkreten Social-Media-Roadmap mit Definition, Priorisierung und Beschreibung konkreter Maßnahmen beginnen.

Neben der Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Unternehmen sowie der detaillierten Ausarbeitung von Kommunikations- und Marketingplänen zur Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, sollten auch die unternehmensinternen Voraussetzungen in Bezug auf Social Media Know-how und Ressourcenlage geprüft werden.

Denn wer das Gelände kennt und gut gerüstet ist, kommt schneller voran und meist auch auf direktem Wege zum Erfolg.

Share this