Geht 2012 die Welt unter oder bleibt sie uns noch ein Weilchen erhalten? Und was passiert dann eigentlich mit Facebook? Fraglich, dass die wiederkehrenden Maya-Götter mit ihrem Faible für Blutopfer großen Gefallen an der neuen Timeline oder Mark Zuckerberg fänden. Und trotzdem… spannende Fragen sind das allemal, oder? Leider sieht die NASA das völlig anders: Genervt von den Anfragen verängstigter Bürger, haben die US-Wissenschaftler verkündet, dass der Erde 2012 doch „nichts Schlimmes“ passieren wird. Damit wurde der Weltuntergang vorerst abgesagt. Leider. Bleibt also erst mal genug Zeit, sich mit den wirklich wichtigen Fragen zu beschäftigen – den Social Media Trends für 2012.
Das Vorhersagen von Trends ist Kaffeesatzleserei, machen wir uns nichts vor. Hokuspokus also, im weitesten Sinne. Auf der anderen Seite: Was wäre unsere Medienlandschaft ohne die nicht kleiner werdende Schar an Experten, die uns Einblicke in unsere Zukunft geben? Ganz schön langweilige Vorstellung. Also was soll’s, hier sind – frisch aus der Zauberkiste – fünf wichtige Social Media Trends für das Jahr 2012.
# Trend 1: Business as usual
Social Media ist allgemeiner Standard im Unternehmenskontext. Was so viel bedeutet wie: Wer sich als börsennotiertes Unternehmen gegen Facebook, Twitter und Co. entscheidet, läuft Gefahr, das eigene (PR-)Potential nur unzureichend auszuschöpfen. Diese Erkenntnis wird sich 2012 durchsetzen, Punktum. Bleibt zu hoffen, dass damit auch all die naseweisen Studien und Artikel abnehmen, die dem Leser vorgaukeln, es sei ein weltbewegendes Novum, wenn ein Dax-30-Unternehmen künftig auf Social Media setzt.
# Trend 2: Social Shopping
Amazon zeigt uns schon seit Jahren, wie „Social Shopping“ funktioniert: Die Käufe anderer User beeinflussen jene Kaufempfehlung, die Amazon für uns in einem Extra-Kästchen zusammenstellt und präsentiert. Lässt sich das weiter ausbauen und personalisieren? Und wie: Auf sozialen Netzwerken wie Google+ oder Facebook besteht dank erweiterter Schnittstellen die Möglichkeit, Einkäufe mit seinen Freunden zu teilen. Damit könnte die Relevanz von Kaufentscheidungen im „Jahr des Teilens“ maßgeblich von den Social Networks beeinflusst werden.
#Trend 3: Kampf der Titanen
Der Kampf der Internetgiganten Google und Facebook wird sich weiter fortsetzen. Beide Parteien möchten in Zukunft die Eingangstür ins Internet darstellen. Die Gretchenfrage lautet: Wer wird dabei reüssieren? Facebook kann insbesondere auf seine Vision von einem virtuellen Disneyland setzen, in dem der User in kuscheliger Atmosphäre abhängen darf und mit ein paar Mausbewegungen über alle relevanten TV-Serien, Musikstücke, Kinofilme oder Computerspiele aufgeklärt wird, die im Freundeskreis hin- und her zirkulieren. Demgegenüber hat Google+ die Macht der größten Suchmaschine im Rücken und vertraut neben Gimmicks wie den „Hangouts“ vor allem auf seine unternehmensrelevanten SEO-Vorteile. Der Gewinner? Eindeutig der User, um dessen Gunst unerbittlich gebuhlt wird. Der Zankapfel? Lukrative Marketingbudgets, die Facebook gerne von Google AdWords mopsen möchte. Der Trend? Geht klar in Richtung „all-inclusive-Plattformen“, die, konsequent zu Ende gedacht, eine neue Form der Öffentlichkeit für den User darstellen werden.
#Trend 4: Social Media wird die breite Masse erreichen
Dass die 14-19 jährigen gerne auf Facebook und Co. surfen, ist ein alter Hut. Weniger bekannt ist indes die steigende Partizipation älterer Jahrgänge, die als „silver surfer“ in sozialen Netzwerken mitmischen. Vor diesem Hintergrund kann die steile These gewagt werden, dass Social Media im Jahr 2012 bei Alt und Jung angekommen sind oder noch ankommen werden. Interessant wird hier auch zu beobachten sein, ob der nahe Präsidentschaftswahlkampf in den USA einen erneuten Social Media-Boost evozieren wird.
#Trend 5: Kosten-Nutzen-Diskussion
Marken werden persönlicher, Content ist King – mag alles sein. Viel wichtiger ist die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen von Social Media, gerade aus Unternehmensperspektive. Aktuelle Modellrechnungen gibt es, das ROI/ROE-Modell ist auch nicht von gestern, dennoch scheint es hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Rechnung noch keine bahnbrechenden Fortschritte gegeben zu haben. „Es ist schwierig“, lautet die Standard-Antwort für Return-Betrachtungen. Gerade hier ist zu erwarten, dass ein Umdenken in Unternehmen einsetzt – angefangen beim Social Media Monitoring, das gerade in Deutschland zu wenig stattfindet, bis hin zu einer übergreifenden Bewertung sämtlicher PR-Aktivitäten auf einer Timeline, Social Media inbegriffen.
Kommentare
13.Januar.12, 10:47 | erstellt von GFT Blog – Welche IT Trends erwarten uns in 2012?
[...] Jahr besonders spannend werden, wird doch langsam aber sicher ein Verdrängungskampf am Markt der sozialen Netzwerke immer ersichtlicher. Letztlich wurde diese Entwicklung durch das von Google gelaunchte soziale [...]
23.Februar.12, 12:09 | erstellt von Meike
Social Shopping wird einer der großen Trends der nächsten Jahre werden. Zwar scheinen die ersten Facebook-Stores schon wieder zu schließen, aber dafür könnte Twitter immer mehr als Vertriebskanal dienen. Es gibt jetzt nämlich einen neuen Dienst (Chirpify), der Verkaufen und Kaufen per Tweet möglich macht. Hier wird er kurz vorgestellt: http://www.marketingfish.de/all/chirpify-kaufen-und-verkaufen-per-tweet-5824/
23.Februar.12, 12:26 | erstellt von Matthias Bauer
Danke für den Link, klingt definitiv spannend.
http://mashable.com/2012/02/15/buy-things-on-twitter/
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