Nachdem meine Kollegin Alexandra Coym in ihrem gestrigen Beitrag bereits aktuelle Trends rund um das Thema „Mobile“ skizziert hat, folgt nun in Teil 2 ein Überblick über die wichtigsten Prognosen, unterfüttert mit Zahlen und Fakten.

Welches mobile Betriebssystem gewinnt bis 2015 die Oberhand?

Dieser Frage ist die International Data Corporation (IDC) nachgegangen und prognostiziert, dass Android seinen derzeitigen Spitzenplatz halten und sogar ausbauen wird, nämlich von einem Marktanteil von 39% auf 44%. Verlieren wird dagegen Symbian, welches 2011 noch auf 21% aller Smartphones lief, und 2015 nur noch auf einen Anteil von 0,1% kommen soll. Grund hierfür ist, dass Nokia seine Smartphones nun komplett mit Windows Phone 7 ausstattet, und Symbian dadurch zum Auslaufmodell degradiert hat. Für Windows Phone sagt IDC dagegen eine rosige Zukunft voraus: Das Microsoft Betriebssystem soll seinen Marktanteil von derzeit 4% bis 2015 auf 20% verfünffachen. Der Marktanteil des RIM Systems soll leicht zurückgehen, nämlich von 14% auf 13%. Zu ähnlichen Prognosen wie IDC gelangt auch die US-Marktforschungsfirma iSupply in einer aktuellen Studie.

Ruft man sich jedoch frühere Studien in Erinnerung, fällt auf, wie weit derartige Prognosen oft daneben lagen. So stellt beispielsweise GeekWire fest, dass iSuppli 2009 dem damals neuen Microsoft-Betriebssystems Windows Mobile 6.5 für 2012 einen Marktanteil von mehr als 15 Prozent und Symbian sogar fast 50% vorausgesagt hatte. IDC prognostizierte 2010 ebenfalls einen hohen Marktanteil für Symbian im Jahr 2014 von über 30%. Und dann kam es doch anders. Man sieht also: Gerade im dynamischen Mobile Markt stehen weit vorausschauende Prognosen zu Handyherstellern und Betriebssystemen auf wackeligen Beinen.

Wie wird sich die mobile Nutzung von Social Media Netzwerken entwickeln?

Hierzu hat Juniper Research eine aktuelle Studie angefertigt und festgestellt, dass 2011 etwa 650 Millionen Menschen Social Media über ihr Mobiltelefon genutzt haben. Die größte Rolle spielt dabei die rasche Verbreitung von Smartphones, aber auch die weiterhin steigende Nutzung von Location Based Services. Bis 2016 sollen sogar 1,6 Milliarden Menschen regelmäßig Mobile Social Media nutzen. Wie im gestrigen Blogbeitrag bereits angedeutet, wird Geosocial Networking dabei eine immer größere Rolle spielen, gerade unter jüngeren Nutzern im Hinblick auf Partnervermittlung. Juniper Research schätzt, dass deren Umsatz auf Mobiltelefonen von derzeit $1 Milliarde auf bis zu $2,3 Milliarden Dollar im Jahr 2016 steigen wird.

Wird Mobile Commerce (endlich) den Durchbruch schaffen?

Seit Jahren wird geschrieben, dass wir bald alle nur noch mit dem Handy einkaufen, doch richtig durchgesetzt hat sich M-Commerce noch nicht. eMarketer schätzt nun, dass in den USA der M-Commerce Umsatz von $6,7 Milliarden (2011) in diesem Jahr auf $11,6 Milliarden ansteigt, was einer beachtlichen Steigerungsrate von 91% entspräche. Auch in Deutschland scheint sich dieser Trend zu bestätigen. Beispielsweise führte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels eine Händler-Studie unter seinen Mitgliedern durch: Fast 97% der befragten Unternehmen nutzen den mobilen Kanal bereits zum Verkauf von Produkten, 54% informieren über ihre Produkte. Und immerhin mehr als 70% besitzen eine mobile Website. Auf die Frage, wo ihr Unternehmen in Zukunft den Schwerpunkt im Bereich M-Commerce legen wird, antworteten fast 80% „Einkaufen mit Handy“, jeweils knapp über 50% sehen Marketing bzw. Kundenservice als Schwerpunktthemen. Einen wahren Boom im Mobile Commerce sagt auch das Hamburger Marktforschungsunternehmen Ystats.com voraus. Demnach werden sich die Umsätze mit M-Commerce in den USA von 2010 bis 2014 verzehnfachen, und auch in Deutschland sollen die Umsätze deutlich ansteigen. Also: Die Chancen, dass M-Commerce in Kürze seinen Durchbruch schafft, stehen sicherlich nicht schlecht.

Soweit unsere 2-teilige Serie zu Mobile im Jahr 2012. Was ist eure Meinung zur mobilen Zukunft? Was haltet ihr von den Trends?

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