Zurzeit wird gepinnt, was das Zeug hält. Die neuesten Tortenkreationen, witzige Sprüche, Fotos von luxuriösen Urlaubsdestinationen und natürlich Mode. Von den ausgefallensten High Heels bis zum Brautkleid ist alles dabei. Wo? Bei Pinterest, einer Social Media Plattform und DEM aktuellen Hype im Web.
Besser als Twitter soll es sein, viel einfacher als Tumblr und überhaupt eine ganz grandiose Mischung aus verschiedensten Plattformen von Facebook bis Flickr. Und was Pinterest uns da auf sehr einfach zu bedienende Weise bietet, scheint grundlegende menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Nach Ordnung und nach Orientierung zum Beispiel. Dank Pinterest pinnen wir nun schöne, leckere, inspirierende Dinge an unsere virtuellen Pinnwände und freuen uns, wenn diese Dinge in der Community Gefallen finden.
Bei meinem ersten Besuch auf der Plattform wurden aus einem „nur mal schnell einen Blick drauf werfen, um den Hype zu verstehen und nicht völlig ahnungslos zu sein, wenn das nächste Mal jemand losschwärmt“, eineinhalb Stunden „oh, nur noch schnell dieses Rezept und die Frisurenidee und den tollen Wohnzimmerteppich und die großartige Vase anschauen/kommentieren/re-pinnen“.
Und nach dem bisher Gesagten ahnt man(n) es fast schon: Pinterest scheint in weiblicher Hand. Aber aufgepasst, Männer, die ihr euch bereits jetzt mit den ganzen Cupcake-Bildchen, Interior Design Ideen oder Blumenarrangement-Anleitungen etwas schwer tut. Für euch gibt es mit „Gentlemint“ – ein gleichfalls gelobtes – männliches Pendant. „Gentlemint is a mint of manly things“, heißt es gleich auf der Startseite. So weit so gut. Auch hier können interessante Bilder gepostet werden, die man(n) dann kommentieren oder liken kann. Letzteres übrigens via Schnurrbart-Button, was manche ja wieder süß finden mögen.
Jetzt aber endlich die typische Agenturfrage: Was bringt’s für Unternehmen? Für Webshops sicherlich eine Frage, die unbedingt gestellt werden sollte, zeigen doch erste Zahlen aus den USA, dass der Traffic von Pinterest zu Shops nicht gerade gering ist – wenn denn schönes Bildmaterial zum Pinnen da ist. Im Idealfall können sich Shops und Marken dann nämlich über kostenlose Produktbotschafter freuen. Für weitere Unternehmen ist die digitale Pinnwand sicherlich aus Imagegründen ganz spannend, wenn sich hier z.B. Möglichkeiten ergeben, auch die Idee hinter der Marke zu visualisieren. Vor dem Hintergrund, Pinterest für Unternehmen interessanter zu machen, werden bereits jetzt Weiterentwicklungen der Plattform erwartet.
Neben der Frage, wie Unternehmen von Pinterest profitieren können, wurde in den vergangenen Tagen häufig über ein viel brisanteres Thema geschrieben und gepostet: das Urheberrecht. Ein Problem, das in Deutschland ein wenig größer ist, als im Pinterest-Mutterland USA. Bei uns zulande dürfen urheberrechtlich geschützte Inhalte ausschließlich mit Einwilligung der Rechteinhaber vervielfältigt oder z.B. über ein Social-Media-Netzwerk öffentlich zugänglich gemacht werden. Zwar fordert Pinterest seine Nutzer dazu auf, Copyrights zu respektieren und immer Quellen zum Gepinnten anzugeben, aber das kann im Eifer des inspirativen Pinnens sicherlich auch schnell mal vergessen werden – und dann kann zumindest in Deutschland eine Abmahnung drohen.
Nichtsdestotrotz viel Spaß beim Pinnen!
Kommentare
20.Februar.12, 11:35 | erstellt von Alexandra Coym
Bin selber erst seit ein paar Tagen angemeldet, aber der Stöber-und-Sammel Charakter hat mich in kürzester Zeit schon süchtig gemacht!
Was von der Plattform gut gemacht wird ist das “Originally pinned by …” unterhalb der Pins. Ist zwar nie eine Garantie, dass das Urheberrecht nicht doch verletzt wird, aber trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung meiner Meinung nach.
21.Februar.12, 16:09 | erstellt von Matthias Buehler
Kleines Update: Pinterest bietet eine Opt-out Lösung in Form eines Code-Schnipsels an, mit dem Webmaster ihre Blider usw. schützen können.
http://pinterest.com/about/help/
(Letzter Punkt auf der Seite)
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