Es gibt ein paar Fragen, die man während der alltäglichen Arbeit im Umgang mit Unternehmens- oder Markenkommunikation immer wieder gestellt bekommt: Taugt Social Media als Kampagnentool? Kann man Social Media nutzen, um zeitlich eingegrenzte Kampagnen zu fahren ? Fragen, die aus einer klassischen Mediadenke resultieren, in der man im Zuge einer Markenkampagnen, Anzeigen, Banner, TV Clips in den jeweils für die Zielgruppen relevanten Medien geschaltet hat. Für mich beantworten sich diese Fragen, indem ich mir ein paar Grundsätzlichkeiten im nutzergenerierten Dialog in Erinnerung rufe, um dadurch klassisches Kampagnendenken und die Gegebenheiten in Social Media zu unterscheiden.

Es geht um earned Media nicht um paid Media

Geht es in klassischen crossmedialen Kampagnen immer noch darum, die teilweise immensen Marketingspendings in TV Spots, Banner und Anzeigen zu versenken, um so Reichweite zu generieren, kann man sich Reichweite in Social Media nur sehr beschränkt kaufen. Social Media Marketing funktioniert über earned media. Earned Media kann man nicht buchen, diese muss man sich als Marke oder Unternehmen im wahrsten Sinne verdienen.

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut

Social Media Marketing ist von der jeweiligen Community getrieben. Daher führt kaum ein Weg daran vorbei, eine funktionierende Community aufzubauen. Dieser Aufbau einer Community benötigt im ersten Schritt eine Ressource, welche viele Kampagnen nicht haben: Zeit. Zeit, um Vertrauen und einen wirklichen Zugang und Dialog mit der betreffenden Community aufzubauen.

Fans einfach mal kalt stellen

Kampagnen sind zeitlich befristet, das liegt in der Natur der Sache. Was passiert aber mit den Fans auf Facebook oder der Community, die sich um einen YouTube-Channel versammelt hat? Würde man jetzt als Kommunikationsverantwortlicher der klassischen Mediadenke folgen und sich schlagartig nach Beendigung der Kampagen aus dem Dialog zurückziehen, wäre dieses wohl sicherlich ein GAU im Bezug auf Social Media Marketing. Nicht nur, dass man einer gerade entstehenden Dialogmöglichkeit einfach den Saft abdreht, sondern man geht auch die Gefahr ein, die Community mit plötzlichem Liebesentzug zu verärgern und damit unter Umständen den weiteren Zugang zur Zielgruppe zu einem späteren Zeitpunkt zu verabauen.

Social Media sind eine weitere Kontaktmöglichkeit, welche man als Kommunikationsverantwortlicher nutzen sollte. Doch die Gepflogenheiten sind ein wenig anders: Es ist eben ein Dialog und kein Monolog.
Social Media Marketing ist im besten Fall keine zeitliche Initiative, sondern ist langfristig gedacht und angelegt. Hier zählt Vertrauen und Glaubwürdigkeit, die man sich als Unternehmen bei der Community erst verdienen muss. Nicht, dass man mich jetzt falsch versteht: Nutzergenerierte Medien können von Marken und Unternehmen zu einem wirkungsvollen Kampagnentool entwickelt werden. Dazu braucht es aber zeitintensive Vorarbeit und das funktioniert eben nicht per Knopfdruck. Daher sollte man, um nachhaltig Erfolg auf diesen Medien zu erreichen, eine Entscheidung für eine kampagnenübergreifende Nutzung des Dialogs über Social Media treffen.