Man spricht immer öfter über Corporate Twitter Streams, Facebook Like Pages oder YouTube Brand Channels als die Must-Haves einer Social Media Strategie im Kontext der Marken- und Unternehmenskommunikation. Was ist aber mit Corporate Weblogs, für mich immer noch die Königsdisziplin im Bereich Social Media Kommunikation. Ein Tool, so auf jeden Fall meine Einschätzung, das vor lauter Netzwerkeuphorie sträflich vernachlässig wird.
Fakt ist: Einen halbwegs funktionierenden Corporate Blog aus der Wiege zu heben, verlangt den Verantwortlichen ein großes Stück Engagement und Durchhaltevermögen ab. Und kaum ein anderes Tool macht die sich ändernde Rolle von Kommunikatoren in Unternehmen deutlicher. Eine Rolle welche weit weg vom bloßen Verteilen von Pressekits ist.
Dabei stehen aus meiner Sicht drei Vorteile im Mittelpunkt, welche Corporates Blogs so unverzichtbar in einer Social Media Strategie machen.
Konstanz & Selbstbestimmung
Netzwerke kommen und gehen und jedes Jahr kommen neue Dienste in bunten Social Media Strauß dazu. Ein Corporate Blog bleibt aber bestehen. Gerade im Sinne der Beständigkeit und Nachhaltigkeit eines Zielgruppendialogs sollte man sich als Kommunikator nicht von völlig überhitzten öffentlichen Diskussionen, welche Netzwerke unbedingt zu bedienen sind, dazu verleiten lassen, ausschließlich an externen Plattformen als Dialogmöglichkeiten in Social Media zu denken. Es ist aber nicht nur das Problem von Trendzyklen, sondern auch die Tatsache, dass man als Unternehmen auch nur Gast auf Facebook & Co und damit extrem abhängig von den Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters ist. Auf dem eigenen Corporate Weblog ist man dagegen Herr im eigenen Haus und nicht so unmittelbar von Trendzyklen betroffen. Das ist die beste Vorrausetzung, einen langfristigen Dialog mit der Zielgruppe zu gewährleisten.
Google Juice & Co.
Die Corporate Website ist viel zu oft noch ein statischer Contentcontainter. Unregelmäßige oder seltene Updates einer Website lösen bei Suchmaschinen-Spidern nicht gerade Entzücken aus. Viel besser mit Suchmaschinen läuft es, wenn ein Corporate Blog unter der gleichen Domain umgesetzt wird. Ein guter Corporate Weblog versorgt nicht nur die potenzielle Community mit relevantem Content, sondern bindet durch den erhöhten Output an frischem Content auch die Suchmaschinen-Spider an die jeweilige Corporate Domain. Das erhöhte Spideraufkommen kann dazu führen, dass sich zum Beispiel das Google Ranking der Domain deutlich verbessert. Neben dem regelmäßigen Update des Contents bringt ein Corporate Weblog aber auch den Vorteil externer Verlinkung. Backlinks sind zum einen ein klarer Indikator für die Zielgruppenrelevanz des Contents und tragen im Bezug auf Google & Co. ähnlich wie regelmäßige Content-Updates zu einer erhöhten Suchmaschinensichtbarkeit bei.
Mediale Unabhängigkeit
Besonders im Bereich Issue & Krisenmanagement kann ein Unternehmens Blog ein entscheidender Vorteil sein. Vorrausetzung hierfür ist aber, dass sich ein Corporate Weblog schon vor einer etwaigen Krise in der Community etabliert hat. Hat man einen funktionierenden Blog in Zeiten der Krise, ist dieser der Ort, um die Öffentlichkeit direkt und nicht gefiltert durch klassische Mediatoren mit Informationen zu versorgen. So kann ein Blog für die Community zu einer zentralen Anlaufstelle für Informationen sein. Ein guter Case, welcher zeigt, wie gut man ein Corporate Weblog in Zeiten der Krise nutzen kann, ist der Weblog Fastlane von GM. Der Autobauer aus Detroit konnte während seines Insolvenzverfahrens im Jahr 2009 seinen in der Automotiveszene renommierten Blog sehr gut für sich nutzen und abseits der Massenmedien seine Zielgruppe direkt und unmittelbar mit Unternehmensinformationen versorgen und in den Dialog treten.
Ein Corporate Weblog verleiht immense Gestaltungsmöglichkeiten und schließt keine User aus: Argumente, welche externe Plattformen weniger bieten können. Dadurch ermöglicht ein Weblog eine Konstanz, welche nur förderlich für eine auf Dauer angelegte Social Media Strategie ist. Ein weiterer Faktor, der einen Corporate Weblog auf der eigenen Domain so wichtig macht, ist der sehr positive Einfluss auf die Suchmaschinenvisibilität. Und last but not least kann ein Weblog ein Sprachrohr in den Markt sein, welches auch in Krisenzeiten noch gehört wird und auf den Verlauf einer Krisensituation zusammen mit dem SEO-Effekt einen sehr positiven Einfluss haben kann. Daher sollte, wenn es um Plattformen in der jeweiligen Corporate Social Media Strategie geht, in jedem Fall ein Corporate Weblog als zentrales Element angedacht werden. Twitter, YouTube und Facebook sind eher als austauschbare Satelliten zu sehen, welche stark zielgruppenorientiert konzipiert und eingesetzt werden sollten.
Kommentare
06.Juli.10, 09:37 | erstellt von Tweets that mention Corporate Weblog – Blut, Schweiß & Tränen, aber es lohnt sich. | Visionen | about.virtual-identity.com — Topsy.com
[...] This post was mentioned on Twitter by vi knallgrau. vi knallgrau said: RT @virtualidentity: Corporate Weblog – Blut, Schweiß & Tränen, aber es lohnt sich. http://ht.ly/27oYG #aboutvirtualidentity [...]
08.Juli.10, 07:57 | erstellt von grete
Finde ich gut
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