Bei dem, was man seit Jahren schon über Social Media hört und liest, sollte man meinen, dass es bei der jeweiligen Umsetzung mittlerweile den garantiert goldenen Weg zum Erfolg gibt. Den automatischen Königsweg sozusagen.
Hmm…
Die Facts, die ich in Unternehmensrunden oder Gesprächen mit einzelnen Firmenrepräsentanten kennenlernte und auch weiterhin vernehme, sie sprechen zumeist eine deutlich andere Sprache.
Fazit: So locker ist die jeweilige Umsetzung nicht zu haben.
Auf jeden Fall nicht ganz umsonst.
Doch stellt man’s richtig an, so stellt er sich auch ein: Erfolg dank Social Media.
Auch wenn sich innerhalb der letzten 3, 4 Jahre im szenischen Umfeld von Social Media recht viel getan hat, so muss man doch auch konstatieren, dass die temporeiche Entwicklung meist nicht konform geht mit den Kommunikationsmechanismen, die in kleineren und mittelständischen Unternehmen, aber teilweise auch Konzernen weiterhin gepflegt werden.
Allerdings: Auch wenn sich die Herausforderungen rund um das Prozedere der internen und externen Nutzung von Social Media für Unternehmen oft sehr langwierig und holprig gestalten, so befinden sich in der anderen Waagschale doch bereits zahlreiche, durchaus vielversprechende und nicht selten geradezu tolle Case Studys. Sie zeigen, was möglich ist, wenn verbindliche Partner sich engagiert und professionell an die Sache machen.
Face the facts: Machen Sie den Realitäts-Check!
Wenn auch offensichtlich, so sei doch nochmals ausdrücklich festgestellt, dass der Umgang mit Social Media geprägt ist durch eine Variablen-Vielzahl, die es zumindest im Vorfeld einer Initiierung, (noch) nicht erlauben, den Ausgang einer entsprechenden Maßnahme 100%ig sicher zu prognostizieren. Dennoch ist es möglich, vorab schon verlässlich-signifikante, sprich eindeutige Trends herauszuarbeiten – als Kriterienkatalog für Ansprüche, die man sich firmenseitig in Sachen Zielgruppen-Akzeptanz, Frequenz und Reichweiten-Durchsatz erwartet bzw. erhofft.
Relevante Faktoren, die mögliche Social Media Aktivitäten vereinfachen:
… Social Media Mavens,
Sie und ein Teil Ihrer Kollegen sind echte Social Media Versteher und Missionare, die im Mitarbeiterkreis hilfreichen Support leisten können
… Kollegen,
die sich Social-Media-thematisch outen, offen sind für Neues und einen Wechsel bestehender (Kommunikations-)Strukturen begrüßen und unterstützen
… WWW-Aufgeschlossenheit,
die sich aus einer meist schon langjährigen, offenen Unternehmensbeziehung zum Medium Internet ableitet
… Das Me-too-Prinzip,
basierend auf Vorgaben von Mitbewerbern, die Social Media durchdacht anwenden und, wenn man so will, bereits mit gutem Beispiel vorangehen.
Sind diese Voraussetzungen gegeben: Glückwunsch!
Dann sollten Sie sofort damit beginnen, eine Social Media Strategie zu entwickeln und den internen als auch den externen Rollout zügig voranzutreiben.
Social Media Confusion oder naive Kollegen – was macht Ihnen zu schaffen?
Fehlen die vorweg genannten Voraussetzungen, wird es schon etwas schwieriger für Sie, denn dann haben Sie sich in aller Regel ebenfalls mit mindestens einem der zwei Umstände auseinanderzusetzen:
1. … Social Media Confusion
Überall steht Social Media drauf, und Sie wissen nicht recht, was drin ist, was es damit tatsächlich auf sich hat und wie man am schlauesten mit einer Umsetzung starten soll.
2. …Naive Kollegen
Obwohl Ihnen selbst die Relevanz und potenzielle Wirksamkeit von Social Media durchaus bewusst ist, wissen Ihre Kollegen nichts oder kaum etwas über dieses Themenfeld und Sie schaffen es einfach nicht, Ihr Wissen überzeugend zu transportieren bzw. zu argumentieren.
Was tun? Was tun!
Werden Sie subversiv …
Ob Konfusion oder Kollegen-Indifferenz empfehle ich Ihnen, ein Guerilla-Projekt auf die Beine zu stellen. Werden Sie zum internen Social Media Guerillero, das heißt:
Begeben Sie sich in den Untergrund von Social Media und
- Evaluieren Sie, wo sich Ihre Kernzielgruppe (CC, MC, HR …) aufhält, austauscht und tummelt!
- Recherchieren Sie, an welchen Themen und Informationen Ihre Zielgruppe insbesondere interessiert ist!
- Finden Sie heraus, auf welchen großen Plattformen sich Ihre Zielgruppe bewegt!
- Halten Sie die Augen offen für Aktivitäten anderer Abteilungen im Ausland; so sind diese, häufig auch ohne CorpCom-Vorgaben oder -Freigaben, international oft sehr aktiv, vornweg die USA!
- Und weil Ihr Tun kein Geheimnis ist, sprechen Sie ruhig mit Ihren Kollegen über Ihre Aktivitäten! Das hat kollegialen Vorbild-Charakter und setzt auch Sie unter jenen kreativen Erfolgsdruck, der nun mal zum Gelingen gehört – und Ihnen schon bald richtig Spaß machen wird.
Beginnen Sie nun, sich der Plattform und dem Medium angemessen zu nähern.
Melden Sie sich weitläufig an. Lesen Sie, was Ihre Zielgruppe liest, schätzt und von sich gibt; welche Themen ihr wichtig sind; welche Art Informationen sie favorisiert. Lernen Sie so – gewissermaßen als Plattform-Flaneur im Unter- bzw. Hintergrund, das Medium selbst und seine Teilnehmer von innen heraus gut kennen.
Wenn Sie schließlich aktiv werden und das erste ( ja, nur eins!) Unternehmensprofil anmelden, so ist es wichtig, sich stets an die einwandfreie Umsetzung bestehender Unternehmensrichtlinien zu halten. Visuell und inhaltlich! Ansonsten könnten Sie sich eine Menge Ärger einhandeln, nicht nur juristischen. Ein Umstand, der nicht notwendig ist und sich bei entsprechender Achtsamkeit auch recht leicht vermeiden lässt.
Wie auch immer: Starten Sie!
Kommentare
29.Juli.10, 10:09 | erstellt von Tweets that mention Social Media: Harmonie-Strategie oder notgeborene Guerilla-Taktik? | Strategie | about.virtual-identity.com — Topsy.com
[...] This post was mentioned on Twitter by Nils Maier, MAN SE and Karoline Albiez, Virtual Identity AG. Virtual Identity AG said: Social Media: Harmonie-Strategie oder notgeborene Guerilla-Taktik? http://bit.ly/9J899V #aboutvirtualidentity [...]
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